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Was ist Shaolin Kempo?


Der japanische Begriff "Kempo" geht auf die chinesische Bezeichnung "Quanfa" zurück und bezeichnet eine komplexe Lehre geistiger und körperlicher Kultur. Das "Kempo" dient der Formung sowohl der körperlichen als auch der geistigen Persönlichkeit, der Herausbildung wertvoller und unter bestimmten Umständen lebenserhaltender Eigenschaften wie Willensstärke und Standhaftigkeit, der möglichst vollständigen Beherrschung des eigenen Ich.

"Kempo", der systematische Komplex von Nahkampfverfahren mit und ohne Waffen, ist ein Übungssystem zur Selbsterkenntnis und Selbstvervollkommnung. In seinem höchsten Stadium schließt es die Beherrschung von extrasensorischen (besondere Sinnesempfindung) Kenntnisse ein. Deshalb erscheint dem Uneingeweihten manches als etwas ans Phantastische grenzende. Shaolin Kempo Karate ist eine Kampfkunst, in der alle Gliedmaßenligen hauptsächlich in Tritten, Stößen und Schlägen zu Angriffen und zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Ziel des Shaolin Kempo Karate ist es, in der körperlichen und geistigen Auseinandersetzung mit dieser Kampfkunst unter Achtung des sportlichen Gegners die Persönlichkeit zu entfalten. Kennzeichnend für alle Formen des sportlichen Vergleichs im Shaolin Kempo ist der Verzicht auf Trefferwirkung am Gegner; notwendig für die Kempo-Technik ist daher die Fähigkeit, Angriffstechniken vor der Trefferwirkung zu stoppen. Trefferwirkung, z.B. am Kopf, gilt als Regelverstoß. Kampfsysteme, deren Wettkampfordnung die Trefferwirkung gestattet oder beabsichtigt, fallen nicht unter den Begriff "Kempo". Hierzu zählen z.B. "Boxen, KickBoxen, Thai-Boxen und sogenanntes Vollkontakt-Karate".

Jahrelanges hartes, intensives Training des Geistes und des Körpers kann zur waffenlosen Selbstverteidigung führen. Das Training ist gleichzeitig ein Weg zur inneren Disziplin (Do = der Weg), zur Erlangung des geistigen und körperlichen Gleichgewichts und zur Festigung des Charakters. Kempo ist eine Lebenseinstellung, ein intensiver und interessanter Sport, dessen Ziel nicht Sieg oder Niederlage heißt, sondern Meisterung des persönlichen Ichs.

Die Asiaten sprechen immer wieder davon, ihre "Mitte" zu wahren. Sie meinen damit sowohl die körperliche als auch die geistige Mitte, das persöhnliche Gleichgewicht. Denn nur wer sich geistig und körperlich im Gleichgewicht befindet, ist stark, reagiert schnell, richtig und vor allem fair. Das bedeutet Körperbeherrschung, absolute Konzentration und vollste Anstrengung im Training. Die ausgeführten Techniken (Schläge, Tritte und Stöße) werden vollkommen von der Willenskraft des Kempokas kontrolliert. Die Technik richtet sich präzise, direkt und mit maximaler Kraft auf das Ziel, ohne jedoch zu berühren, also zu treffen. Die Technik wird abgestoppt, bevor sie den anvisierten Angriffspunkt erreicht.